
Leseprobe vielversprechend



Bildquellen: Thienemann Verlag (Cover Screenshot, Screenshots aus der Leseprobe, 20.01.2026)
Jana Fuhrmann
Dann kannst du nicht mehr wegsehen
Tierrechte, Veganismus, Mental Health – ein aufrüttelnder Coming-of-Age-Roman voller Themen, die bewegen. Für alle, die den Mut haben hinzusehen, ab 14 Jahren.
Einzelgängerin Jella lässt den Wahnsinn der Welt an sich abprallen, bis sie Linn trifft. Linn schaut hin, wenn Tiere gequält, ausgebeutet und getötet werden. Nach kurzem Zögern schließt Jella sich ihrer Aktivistengruppe an und lässt in der Freundschaft zu Linn echte Nähe zu. Aber bald reichen Jella die Aktionen nicht mehr und sie sucht Kontakt zu radikaleren Tierrechtlern. Der Kampf für die Tiere wird zu ihrem Lebensinhalt. Sie gibt alles für die Sache, doch plötzlich geht gar nichts mehr …
(Quelle: Thienemann Verlag, Verlagstext)
Das sagt der Verlag:
- Tierrechte, Veganismus, Mental Health – Themen, die bewegen
- Sauber recherchiert und aufrüttelnd erzählt
- Konkurrenzloser Titel
Diese Schlagwörter fallen mir spontan ein:
erschreckend – aufwühlend – authentisch
Thienemann Verlag
ab 13/14 Jahren
304 Seiten
ISBN 978-3-522-20311-1
Gebunden
15,00 € (D)
erschienen am 24.04.2025
Persönliche Einschätzung
Schon die ersten Seiten der Leseprobe lassen erahnen: Dann kannst du nicht mehr wegsehen ist kein Buch, das man beiläufig liest. Es geht unter die Haut – mit einer Sprache, die direkt ist, mit Themen, die nahegehen, und einer Hauptfigur, die sehr sensibel auf die Welt reagiert. Was ich hier schildere, basiert auf meinem Eindruck der Leseprobe.
Im Mittelpunkt steht Jella – ein Mädchen, das sich lieber zurückzieht, das Stille sucht und vieles lieber ausblendet, weil es einfach zu viel ist. Sie hat bereits Verluste erlebt, darunter die Trennung der Eltern und den Tod ihrer Katze. Sie scheint eher eine Einzelgängerin zu sein, die sich gerne verkriecht und mit dem Lärm der Welt hadert. Doch genau in dieser inneren Verletzlichkeit liegt auch ihre große Empathie – besonders für das Leid der Tiere.
Die Leseprobe zeigt eindrücklich, wie sehr Jella das Thema Tierhaltung berührt – fast überwältigt. Ihr wachsendes Wissen über die Nutzung von Tieren in unserem Alltag, über verstecktes Leid, über Ausbeutung, trifft sie mit voller Wucht. Sie beginnt sich für Tiere einzusetzen, vielleicht sogar über ihre eigenen Grenzen hinweg. Das macht das Buch so kraftvoll – aber auch fordernd.
Aus meiner Sicht – und das möchte ich betonen – ist dieses Buch (schon in der Leseprobe) sehr aufrichtig, sehr intensiv, vielleicht sogar belastend. Für Leser:innen, die sehr sensibel sind oder stark mit Tieren mitfühlen, könnte es emotional zu viel sein. Für andere wiederum, die sich mit Veganismus, Tierrechten oder der eigenen Rolle als Konsument:in auseinandersetzen möchten, kann es ein sehr wertvoller Impuls sein.
Thematisch deckt die Geschichte laut Verlag vor allem Tierrechte, Veganismus und mentale Gesundheit ab – Themen, die viele Jugendliche heute beschäftigen. In der Leseprobe wirkt das Zusammenspiel dieser Themen sehr authentisch und ehrlich. Ich kann mir diese Geschichte auch sehr gut als Schullektüre vorstellen.
Ein mutiges Buch – aber keines, das an einem vorbeirauscht. Es fordert. Es berührt. Und es stellt die Frage: Wie viel Nähe zum Leid können wir aushalten, ohne selbst daran zu zerbrechen?
