
Lu Fraser / Sarah Warburton
ab 4 Jahren
Antolin ab Klasse 1
ermutigend – spannend – herzerwärmend
Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten – und weiterfliegen.
Manchmal sieht es bei den anderen so leicht aus: Sie können etwas schon, sie trauen sich, sie wirken mutig – und dein Kind denkt heimlich: „Ich schaff das nicht.“ Genau da setzt dieses Bilderbuch an. Und zwar auf eine Weise, die nicht belehrt, sondern liebevoll mitnimmt.
Worum geht’s – ohne großen Druck
Im Mittelpunkt steht eine kleine Fledermaus, die am Ast hängt und sich nach dem Fliegen sehnt, aber voller Angst ist, weil sie es (noch) nicht kann. Neben ihr ist die Motte – eine Freundin, die nicht drängt, sondern stärkt: Übung braucht Zeit, Rückschläge gehören dazu.
Als dann ein Sturm aufzieht und die Motte in Gefahr gerät, passiert etwas Entscheidendes: Die Fledermaus denkt nicht mehr tausend Dinge durch – sie handelt. Aus Freundschaft. Und genau dadurch entdeckt sie, dass in ihr viel mehr Mut steckt, als sie selbst geglaubt hat.
Was dein Kind beim Vorlesen spürt
Dieses Buch arbeitet wunderbar mit Gefühl – ohne zu überfordern:
- Sanfter Einstieg: Gleich am Anfang holen die Illustrationen dein Kind ab: Fledermaus und Motte sind so sympathisch, dass sofort Nähe entsteht.
- Magische Bildwelt: Die Glühwürmchen, das Leuchten, die Farben – das wirkt fröhlich, lebendig und macht Lust, im Bild zu stöbern.
- Spannung, die trägt (nicht gruselt): Im Sturm werden die Seiten dunkler, Blitze zucken, die Wolke wirkt bedrohlich – und Kinder fiebern automatisch mit. Es ist genau diese kindgerechte Anspannung, bei der man „Oh nein!“ flüstert und am Ende erleichtert ausatmet.
Warum der Text so gut funktioniert
Die Reime sind klassisch sauber und richtig angenehm vorzulesen. Du merkst beim Lesen: Der Rhythmus trägt dich. Du musst nicht performen, weil die Sprachmelodie schon eingebaut ist.
Dazu kommt: wenig Text pro Seite (eher kurze Zeilen statt Textwände). Das ist Gold wert, wenn dein Kind abends müde ist oder du einfach eine Geschichte willst, die in 5–8 Minuten ein komplettes Gefühl hinterlässt.
Und ganz nebenbei: Es tauchen Wörter auf, an denen Kinder wachsen können – ohne dass es sperrig wird. Das ist Wortschatzaufbau, der sich nicht nach Lernen anfühlt.
Die stärkste Botschaft – und warum sie im Alltag hilft
Dieses Buch sagt nicht nur „Hab keine Angst“. Es zeigt etwas viel Realistischeres:
- Du darfst Angst haben.
- Du darfst scheitern.
- Du darfst trotzdem weitermachen.
- Und manchmal kommt Mut genau dann, wenn es zählt.
Am Ende steht dieser Gedanke: „Ich weiß, dass ich alles schaffen kann.“ Für viele Kinder ist das genau der Satz, der nachklingt – beim Klettern, beim Radfahren, beim ersten Schwimmkurs.
Für wen passt das Buch besonders gut?
- Ab ca. 4 Jahren (Kindergarten) bis 6/7 Jahre sehr stark, auch noch in der Grundschule als Vorlesegeschichte.
- Für Kinder, die gerade vor Herausforderungen stehen.
- Für Familien, die Abendrituale mögen: beruhigender Reimfluss + klare Dramaturgie + warmes Ende.
Was du dir damit „nach Hause holst“
Du holst dir eine kurze, stimmige Vorlesegeschichte, die
- dein Kind emotional abholt (Angst, Frust, Hoffnung),
- Mut als etwas zeigt, das wachsen darf,
- und gleichzeitig die Bedeutung von Zusammenhalt deutlich macht.
Wenn du ein Bilderbuch suchst, das Spannung und Geborgenheit in Balance bringt – und bei dem du beim Vorlesen merkst: Das sitzt sprachlich einfach richtig –, dann ist das hier ein echter Treffer.
Blick ins Buch



Auf einem Blick
Bildquellen: Thienemann Verlag, (Cover-Screenshot, Screenshots aus der Leseprobe, Stand 09.03.2026)
